Angesichts der aktuellen COVID-19 Situation, müssen wir diese Veranstaltung leider verschieben. Zum Wohle der Gesundheit aller, sind wir gerade oft dazu gezwungen, "schmerzhafte" Entscheidungen

treffen und auf gesellschaftliche Zusammenkünfte verzichten zu müssen - im privaten, wie beruflichen Bereich.

 

Verhaltet Euch bitte solidarisch & geht respektvoll mit der eigenen Gesundheit & der aller anderen Menschen um. Achtet darauf Menschen mit chronischen Erkrankungen und Personen, die wegen ihres Alters zur Risikogruppe gehören  besonders zu schützen. Das gilt natürlich auch für an ME/CFS-Erkrankte, für die jeder Infekt zu einer Zustandsverschlechterung führen kann!

 

Wir werden Euch den neuen Termin dann bekanntgeben!

 

"WIE ALL MEINE ANDEREN LESUNGEN/AUFTRITTE WIRD AUCH DIESE VERANSTALTUNG VERSCHOBEN!
Ich hätte die Arbeit der Lost Voices Stiftung mit dieser Lesung unterstützt. Mit der Verschiebung übernehmen wir VERANTWORTUNG und tragen zur Eindämmung der Ausbreitung des schlimmen Virus bei." Renate Folkers

 

 

15. Mai 2020

19.00 in der Oststadtbibliothek, Lister Meile 4, 30161 Hannover

 

„Längs der weißen Wand“ ein Text von Hanna Seidel

Gelesen von Renate Folkers

Monika Herrman – Cello - Hannover

 

 Eintritt frei: um Spenden wird gebeten!

 

„Längs der weißen Wand“ – Eine szenische Lesung mit Cello: ein Text von Hanna Seidel gibt Einblicke in das Leben mit schwerer Myalgischer Enzephalomyelitis/Chronic Fatigue Syndrom.

 

17 Millionen Menschen weltweit, davon schätzungsweise 300.000 Menschen in Deutschland, warten auf ein Heilmittel gegen ihre quälende Erkrankung: Myalgische Enzephalomyelitis/ Chronic Fatigue Syndrom, kurz ME/CFS. Eine neuro-immunologische Krankheit, die das Gehirn, das Nervensystem, das Immunsystem und die Muskulatur betrifft und zu schweren Beeinträchtigungen führt. ME/CFS kann Menschen jeden Alters treffen, auch Kinder und Jugendliche erkranken daran.

 

Die medizinische Versorgung der Patienten ist katastrophal: Außer der Charité Berlin und der TU München gibt es in Deutschland keine Krankenhäuser, die auf die speziellen Bedürfnisse Schwererkrankter eingerichtet sind, keine Facharztzentren und keine ambulanten Versorgungsstrukturen.

 

Für die Erforschung von ME/CFS wird weltweit nur ein verschwindend geringer Betrag an Forschungsgeldern aufgewendet. Ein medizinischer Durchbruch, der zur Entwicklung von Medikamenten und damit zu einer besseren Lebensqualität der Erkrankten oder womöglich sogar zur Heilung führen könnte, ist deswegen in absehbarer Zeit nicht zu erwarten.

 

ME/CFS tritt in verschiedenen Schweregraden auf. Etwa 25 % der Erkrankten gelten als schwer- und 1-2% als schwersterkrankt. Im schwersten Stadium führt ME/CFS zu Beeinträchtigungen, die kaum vorstellbar sind: Die Patienten sind dauerhaft bettlägerig und pflegebedürftig. Da ihr Körper keinerlei Sinnesreize mehr tolerieren kann, sind sie gezwungen rund um die Uhr in abgedunkelten Räumen in völliger Stille zu liegen. Sie sind dann ohne Kontakte zur Außenwelt und ohne Möglichkeiten der Beschäftigung. Auch junge Menschen können bereits so schwer von ME/CFS betroffen sein, dass sie nicht mehr am „normalen“ Leben teilhaben können. Oft ändert sich an ihrem Zustand über Jahre hinweg nur wenig und ihr Leiden dauert unverändert teilweise über Jahrzehnte hinweg an.

 

Von einem solchen Leben „Längs der weißen Wand“ erzählt der Text von Hanna Seidel, Jahrgang 1984, die kurz nach Beginn ihres Kirchenmusikstudiums mit 20 Jahren an ME/CFS erkrankte. Der Text entstand als Auftragswerk für ein Konzert in der Immanuel-Nazareth-Gemeinde in München im Jahr 2017.

 

Hanna Seidel:

Ursprünglich wollte sie Schriftstellerin werden, doch dann war die Liebe zur Musik stärker. Hanna Seidel, geboren 1984, nahm Klavier-, Orgel- und Cembalounterricht und beendete mit 16 Jahren die Schule, um sich ganz der Musik widmen zu können. 2004 wurde sie zum Kirchenmusikstudium an der Folkwang-Hochschule Essen zugelassen, musste dieses jedoch nach nur einem Jahr abbrechen, da sie an ME/CFS erkrankte. Durch die Erkrankung wurde sie schwerbehindert und pflegebedürftig.

 

Die meiste Zeit der vergangenen 15 Jahre verbrachte Hanna Seidel im Liegen. 2009 begann sie ein Studium der Musikpädagogik an der Musikhochschule Mainz. Ihr großes Ziel, trotz ihrer krankheitsbedingten starken Einschränkungen einen Studienabschluss zu erlangen, konnte sie aufgrund einer Verschlechterung ihres Gesundheitszustandes nicht erreichen.

 

Hanna Seidel ist Gründungsmitglied der Lost Voices Stiftung, der ersten Stiftung in Deutschland, die sich für ME/CFS-Patienten einsetzt, und Autorin der Website www.me-information.de. Wegen ihres Einsatzes für ME/CFS-Patienten wurde sie 2014 für den Deutschen Engagementpreis vorgeschlagen.

 

Renate Folkers:

Vor gut drei Jahren hat Renate Folkers ihren Lebensmittelpunkt nach Hannover verlegt, doch die Schriftstellerin ist ganz offensichtlich ein Kind der Nordseeküste geblieben, davon zeugen ihre nunmehr vier Veröffentlichungen.

 

Nach ihrem Debütroman „Der Tote hinter dem Knick“ (2014) folgte „Ein Grab auf Sylt“ (2016) - (er ist keine Fortsetzung von dem ersten Krimi, sondern ein eigenständiger). 

 

2017 erschien der plattdeutsche Krimi „Keen Umweg“ - aus dem sie auch stilecht auf Plattdeutsch vorlesen kann.

 

Bei ihrem Titel „Spuren sichern“  (2019) handelt es sich nicht um ein Kriminalstück, sondern um Prosa und Lyrik.

 

Ihren literarischen Anspruch beschreibt sie selbst so: „Wenn sich der Zuhörer entspannt zurücklehnt, gelegentlich schmunzelt oder sich hin und wieder eine Träne aus dem Augenwinkel wischt, dann fühle ich mich verstanden.“

 

Monika Herrmann:

studierte bei Prof. Christiane Aydintan in Hannover und bei Prof. Maria -Luise Leihenseder-Ewald und Prof. Brunhard Böhme in Weimar und schloss mit dem Künstlerischen Diplom, der Konzertstufe Streichquartett - Studium bei Prof. Norbert Brainin (Amadeus-Quartett) und Prof. Ulrich Beetz (Abegg Trio) – ab.

 

Sie war Solocellistin bei der Orchesterakademie der Bayerischen Staatsoper München unterZubin Mehta und spielte Aushilfe in der Kammerphilharmonie Bremen. Sie spielt im Trio Wesendonck, im Matinée-Quartett und Barockcello - und Solo-Sopran - im

EnsembleMusicaAntica.Hannover.

 

Neben dem klassischen Repertoire widmet sie sich der Freien Improvisation, mit der sie von 2008 - 2016 am Deutschen Nationaltheater Weimar solo auf der Bühne stand und heute zahlreich gebucht wird.